„Gegen den Strom“- Jugendopposition in der DDR

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FB Geschichte „Gegen den Strom“- Jugendopposition in der DDR

15. November 2018 - ein Tag lebendiger Geschichte am Weinberg

Damals waren sie so jung wie wir.

Sie begeisterten sich für Musik, Literatur, waren politisch interessiert, waren kritisch, wollten diskutieren und verändern. Wie wir.

Diese Haltungen oder Interessen reichten teilweise schon aus, dass manche von den jungen Menschen verhaftet oder von der Schule suspendiert wurden, Mitschüler zum gegenseitigen Verrat und zur gegenseitigen Bespitzelung angeregt wurden.

Zum Thema „Jugendopposition in der DDR“ erlebten wir Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs einen bewegenden Schultag, an dem wir zunächst über die Oppositionsbiographien verschiedener Jugendlicher aus der DDR einen Einblick in deren Alltagswelt bekamen. Danach bereiteten wir in drei Gruppen inhaltlich und organisatorisch ein Interview vor. Wir machten uns mit der Kurzbiographie dieser Person bekannt und bereiteten uns auf das Gespräch vor.

Um 11.30 Uhr wurden die Gäste in der Mensa begrüßt.  Dank der Unterstützung der LAkD- der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur- empfingen wir als Gäste eine ehemalige Schülerin unserer Schule,  Annette Simon,  den Schriftsteller Utz Rachowski und den Dresdener Mitarbeiter von Amnesty International Roland Brauckmann.

Unsere Schulleiterin Frau Thiele hieß die Zeitzeugen herzlich willkommen und dankte Hana Hlásková (Referentin für Jugendarbeit der LAkD), die durch ihr Engagement diese Veranstaltung in unserer Schule erst möglich gemacht hat. Außerdem bedankte sich Frau Thiele bei Frau Dr. Gottfried (Fachberaterin Geschichte) und Frau Moses, die diese Veranstaltung mit Frau Hlásková inhaltlich und organisatorisch vorbereitet und uns auf die Zeitzeugeninterviews eingestimmt hatten.

Im anschließenden Interview wurden Fragen zur Vergangenheit der Zeitzeugen beantwortet. Dabei ging es nicht zuletzt um die Empfindungen der Gäste oder die Denkweise über die damalige Regierung. So erfuhren die Schüler verschiedenste Details über das Leben in der DDR, seien es Einzelheiten zur Arbeit der Stasi, zum gelebten Umgang mit den Menschenrechten, wie z.B. auch der Meinungsfreiheit oder auch zu dem Leben an der Grenze einiger damaliger Kleinmachnower. Durch Frau Simon erhielten wir auch Einblicke in die Geschichte unserer Schule 1968.

Unsere Gäste sprachen über teilweise sehr private Dinge, sie offenbarten uns, wie diese z.T. sehr schlimmen Erfahrungen ihr Leben geprägt und sie in ihrem heutigen Wirken beeinflusst haben.

Die Atmosphäre war spürbar: Teilweise erdrückend, wegen der schlimmen Erfahrungen, aber auch gespannt, auf die Fortsetzung der Ereignisse und die packenden Erfahrungen, die vermittelt wurden. Die Schüler waren durchaus interessiert. Alles in allem war es ein sehr lehrreiches Interview, bei dem alle etwas mitnehmen konnten. Und zwar mehr als in einer normalen Geschichtsstunde:

Es war ein Tag der lebendigen Geschichte.


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