Darstellendes Spiel - Unterricht mal anders!

Unterricht im Darstellenden Spiel heißt nicht im Klassenraum sitzen und dem Lehrer zuhören. Im Darstellenden Spiel möchte man die Schüler/-innen hören. Und sehen. Es geht weniger um Lernen, vielmehr um Zeigen, nämlich sich selbst.

Unterricht im Darstellenden Spiel vermittelt nicht in erster Linie Wissen, sondern sucht nach Persönlichkeiten, und zwar nicht nach denen, die Schüler/-innen im alltäglichen Leben zu sein glauben oder vorgeben, sondern nach anderen, ungewöhnlichen, verborgenen, verschütteten, verdrängten Facetten der Persönlichkeiten.

Schüler und Schülerinnen, die das Fach – beginnend mit der 10. Klasse – belegen, werden nicht zu Schauspielern ausgebildet. Zwar werden die fundamentalen Techniken des Schauspiels vermittelt, aber darum geht es nur in zweiter Linie. Vielmehr ist den unterrichtenden Lehrern daran gelegen, die Kursteilnehmer bei der Suche nach dem Menschlichen an sich praktische Wege gehen zu lassen. Die Darstellung einer Figur auf der Bühne geht immer von der Person des Spielers aus. Dieser muss nicht nur Handlungen vollziehen, sondern auch deren Motive vermitteln und vor allem Gefühle (im wörtlichen Sinne) glaubhaft verkörpern. Gerade die Darstellung von Gefühlen fällt heute häufig schwer, kann aber auch und gerade im privaten Leben sehr von Nutzen sein. Die Arbeit im Darstellenden Spiel ist also weniger empirisch als die anderen Unterrichtsfächer, dafür aber viel mehr empathisch.

Das heißt nicht, dass auf das Nachdenken völlig verzichtet werden kann, denn Dramen muss man zuerst verstanden haben, ehe man sie inszenieren kann. Demzufolge werden dramatische Strukturen von Stücken ermittelt und Regie- bzw. Rollenkonzepte erarbeitet.

Die Schauspielausbildung an sich umfasst vor allem die Entwicklung des Körper- und Raumgefühls der Spielerinnen und Spieler. Außerdem gibt es einzelne Unterrichtsabschnitte zur Sprecherziehung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Darstellenden Spiels liegt in der Entwicklung der Teamfähigkeit. Das Projekt der Inszenierung eines Theaterstücks, das als Höhepunkt des gesamten Schuljahres dem Publikum vorgestellt wird, ist niemals Produkt individueller Arbeit (wie sonst in der Schule üblich), sondern kann nur in der Bündelung der Anstrengungen aller Kurseilnehmer realisiert werden. Dabei wird angestrebt, dass alle Schülerinnen und Schüler zumindest eine Rolle verkörpern; zusätzlich müssen aber auch Kostüme und Requisiten besorgt, Kulissen gebaut, Werbung organisiert und vor allem Spielideen entwickelt werden. So ist das Darstellende Spiel ein Unterrichtsfach, das in erheblichem Maße die Kreativität fördert und damit junge Menschen in ihrer Entwicklung unterstützt.

Räume und Lehrende

Fachräume: große Aula
Fachlehrer:
  • Herr Haller (Fachbereichsleiter)