Elf Schülerinnen und Schüler aus unseren zwei Geo-Leistungskursen des elften Jahrgangs bekamen dieses Jahr zum ersten Mal die Chance, unter Erasmus+ an einem Schüleraustausch mit Måløy (Norwegen) teilzunehmen.
Unsere Reise startete am Samstag früh um 7:45 Uhr am BER. Mit „norwegianair“ flogen wir um 9:45 Uhr los und landeten pünktlich eine Stunde und vierzig Minuten später in der norwegischen Hauptstadt. Nachdem wir unsere Koffer geholt hatten, nahmen wir einen modernen Zug, der uns in weniger als zwanzig Minuten in die Stadtmitte Oslos brachte. Auf dem Bahnhof mussten wir erst mal Schließfächer für unsere Koffer suchen, denn diese wollten wir schließlich nicht den gesamten Tag mit uns schleppen. Wegen der hohen Preise mussten wir wie „Koffer-Tetris“ denken, um den Platz in den Schließfächern optimal zu nutzen. Anschließend hatten wir Freizeit bis 15:30 Uhr, in der wir uns in kleinere Gruppen einteilten und Oslo erkundeten. Wir sind in dieser Zeit durch die Shoppinggassen der Innenstadt, vorbei an sehr vielen Restaurants, gelaufen und sind dabei mehrmals fast von einer Straßenbahn überfahren worden. In einem kleinen Café holten wir uns eine traditionelle Zimtschnecke und setzten uns damit auf eine Bank ans Wasser.
Von dort aus liefen wir wieder zurück zu unserem Treffpunkt direkt an der „Oslo Sentralstasjon“, um von dort aus gemeinsam zum MUNCH-Museum zu gehen. Edvard Munch, einer der bekanntesten norwegischen Künstler, malte zu seinen Lebzeiten neben seinem berühmten Bild „Der Schrei“ genug Bilder, um damit dieses 13-stöckige Gebäude zu füllen. Uns gefiel die Ausstellung erstaunlicherweise sehr viel besser, als wir es erwartet hatten. Denn mit je einer anderen Ausstellung pro Etage, interaktiven Aufgaben, bei denen man selbst kreativ werden konnte, einem großen Restaurant in der obersten Etage und einer Dachterrasse mit Blick über ganz Oslo war für jeden etwas dabei. Anschließend teilten wir uns in zwei Gruppen, die jeweils von Frau Rücker oder Herrn Kadel begleitet wurden, und machten eine Stadtrallye. Diese führte uns vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten Oslos sowie zum Beispiel an der berühmten Oper. Nach dem langen Fußmarsch (wir hatten am Ende des Tages 26.000 Schritte) wurden wir allmählich müde und auch hungrig. Also trafen wir uns wieder zusammen auf dem zentralen Platz vor dem Hauptbahnhof und bekamen noch mal Freizeit, um vor der langen Busfahrt etwas zu essen. Die Futtersuche erwies sich als etwas schwierig, denn Oslo ist für uns Deutsche ziemlich teuer. Wir sind schließlich zu Subway gegangen, weil wir dachten, dass wir hier günstiger wegkommen, aber mit 17 € pro Sub war das auch nicht so der Fall. Nach der Stärkung fing es an zu dämmern und die Geschäfte schlossen so langsam, doch das störte keinen von uns, denn wir wollten alle nur eins: schlafen.
Schließlich trafen wir unsere Lehrer wieder und holten unsere Koffer. Glücklicherweise hatte das Öffnen der Schließfächer sehr unkompliziert und schnell geklappt. Dann begab sich unsere 13-köpfige Reisegruppe zum Busbahnhof, an dem wir auch nur zwanzig Minuten später in unseren Bus für die Nacht einstiegen. Der öffentliche Reisebus war zweistöckig, sehr modern und sauber, hatte Ledersitze, die man zurückklappen konnte, mit sogar einer verstellbaren Kopflehne, viel Beinfreiheit und sogar einer Steckdose zwischen den Sitzen. Hier verbrachten wir nun zehn, zum Glück sehr komfortable, Stunden, bis wir am nächsten Tag um 8:00 Uhr in Måløy ankamen. Viele von uns konnten einigermaßen gut schlafen, andere jedoch gar nicht.
Als man am nächsten Morgen wach wurde, hatte man nach einem gewohnten Großstadtblick und einem schwarzen Blick während der Nacht auf einmal einen Blick aus dem Fenster, den viele von uns zum ersten Mal sahen: hohe Berge mit schneebedeckten Spitzen, nur wenige Meter unter uns ein breiter Fjord, alle paar hundert Meter ein meistens rot-weißes Holzhaus bei Sonnenaufgang. Ab hier verlief die Straße auch meist einspurig, hatte viele Kurven und es ging abwechselnd hoch und runter. Kurz bevor wir unsere Gastfamilien trafen, überquerten wir die 1224 m lange Brücke, die auf die Insel Vågsøy, auf der Måløy liegt, führt. Dort sahen wir die Kleinstadt zum ersten Mal. Sie ist am Hang gebaut und auf einer Breite von circa zwei Kilometern erstrecken sich viele Häuserreihen nach oben. Je höher man wohnt, desto bessere Aussicht hat man auf die umliegenden hohen Gebirge und den Fjord.
Als wir auf dem Parkplatz ankamen, wurden wir sehr freundlich von unseren Gastfamilien empfangen. Wir wohnten jeweils immer zu zweit oder zu dritt in einer norwegischen Familie. Alle von uns hatten unfassbares Glück und wohnten sogar besser als unsere Lehrer, die in ihrem Apartment selber kochen mussten und noch nicht mal WLAN hatten. Die Kommunikation funktionierte auch von Anfang an sehr gut, weil fast alle Norweger gut Englisch oder sogar ein wenig Deutsch sprechen. Als wir in unserem Haus ankamen, frühstückten wir erst mal mit unserer Gastmutter Elin und unserer Gastschwester Emma, die nur zu zweit hier wohnten, und nachdem wir geduscht hatten, haben wir erst mal 3,5 Stunden geschlafen, weil wir immer noch so erschöpft von der Reise waren. Als wir aufwachten, aßen wir direkt erneut zusammen Burger, aber weil wir nun wacher waren, konnten wir sie dann richtig kennenlernen. Nach dem Essen fuhren wir das erste Mal mit Emma zur Schule, weil dort ein Fußballspiel der Mädchenmannschaft stattfand. Wir saßen auf einer überdachten Tribüne mit Blick auf das Feld und im Hintergrund die Berge und schauten mit all den anderen die zwei 45-minütigen Halbzeiten. Nach dem Spiel fuhren wir mit Emma und einer Freundin von ihr noch etwas um die Insel herum. Wir fuhren zu dem berühmten Stein „Kannesteinen“, welcher im Laufe der Zeit von dem Wasser besonders geformt wurde. Nach unserer kleinen Tour fuhren wir wieder zur Gastfamilie und gingen nach einem kleinen Abendessen zufrieden schlafen.
Am Montag fuhren wir um 8:15 Uhr wieder mit Emma circa 10 Minuten zur Schule. Sie geht ebenfalls auf diese Schule und macht dieses Jahr ihren Abschluss. Um 8:30 Uhr begann der Unterricht. Zuerst bekamen wir eine Führung auf dem Schulgelände. Dies ist ziemlich groß und setzt sich aus mehreren einzelnen Gebäuden zusammen. Es gibt ein Hauptgebäude mit mehreren Klassenräumen und auch Chemieräumen. Außerdem eine große Turnhalle, eine Fußballhalle, eine Tennishalle, einen Gymraum sowie eine Gymnastik- und Cheerleadinghalle mit Trampolinen, Springfloor und Airtracks. Im Gegensatz zu unserer Schule haben norwegische Schulen mehrere berufsorientierte Gebäude (Gesundheitswesen/Maritim/Mechanik), in denen man schon während der Schulzeit berufsorientiert neben der normalen Schule lernen kann. Beispielsweise wird im Maritim-Gebäude den Schülern alles Wichtige zu Fischerei und Schifffahrt gelehrt. Es gibt auch eine Mensa, die etwa halb so groß wie unsere ist, mit einem Kiosk sowie einer Salatbar, einer Mikrowelle und einem Wasserkocher.
Nach der Führung hatten wir mit dem 2009er Jahrgang Geografie. In den zwei Unterrichtsblöcken Geografie arbeiteten wir in kleineren Gruppen gemeinsam mit den norwegischen Schülern. Wir verglichen Norwegen und Deutschland hinsichtlich nachhaltiger und globaler Aspekte der Wirtschaft, des Lebensstandards und der Lebensqualität. Dafür erstellten wir letztendlich eine Art TikTok-Video. Danach gab es eine längere Pause, in der wir uns in die Kantine begaben und unser mitgebrachtes oder auch dort vor Ort gekauftes Essen aßen. Nach der Pause nahmen wir mit dem 2008er Jahrgang an einer Doppelstunde Englisch teil. Auch in Englisch wurden wir als Austauschschüler miteinbezogen. Wir starteten mit einer Kennlernrunde, in welcher wir den Norwegern vorgegebene Fragen stellten und uns anschließend mit ihnen austauschten. Sie waren alle super freundlich und interessiert, daher hatten wir alle sehr angenehme und informative Gespräche. Danach schauten wir eine Dokumentation über den Klimawandel auf Englisch. Dazu sollten wir in kleinen 3er-Gruppen mit jeweils einem deutschen Austauschschüler ein Arbeitsblatt mit Fragen ausfüllen. Wir schlossen den Schultag mit einer Stunde Naturkunde ab. Mit dem jüngeren Jahrgang führten wir, wieder in kleinen Gruppen, ein Experiment durch.
Um 15:40 Uhr beendeten wir unseren Schultag. Emma holte uns von der Schule ab und fuhr uns nach Hause. Dann aßen wir gemeinsam mit der Gastmutter Labskaus, einen typisch norwegischen Eintopf mit Gemüse und Würstchen. Wir waren zwar von dem Tag und der Anreise noch ziemlich erschöpft, jedoch fuhren wir nach dem Mittagessen mit Emma direkt wieder los. Emma zeigte uns, wo sie neben der Schule arbeitet: in einem Supermarkt in der Nähe der Schule. Wir erkundeten gemeinsam den Supermarkt und waren geschockt von den hohen Preisen. Wir kauften uns einige Snacks und Süßigkeiten für die restliche Woche. Danach fuhren wir gemeinsam mit Emma zu dem bekannten Stein „Kannesteinen“ an der Küste von Måløy, den sie uns schon bei unserer Tour am Sonntag gezeigt hatte. Dort schauten wir uns den wunderschönen Sonnenuntergang an. Nach unserer kleinen Tour aßen wir zusammen mit unserer Gastmutter Abendessen. Danach gingen wir ins Bett und schliefen direkt ein.
Dienstag ging der Tag mit einer Deutschstunde los. Wie auch am Montag trafen wir uns um 8:30 Uhr in der Schule und gingen gemeinsam zum Unterricht, wo die wenigen Schüler bereits warteten. Die Deutschlehrerin überlegte sich eine kreative Art und Weise, uns Austauschschüler in deren Unterricht einzubinden. Wir sollten uns in Dreiergruppen mit je zwei von uns und einem norwegischen Schüler aufteilen und gemeinsam elf interessante Aufgaben lösen. Wir haben ein Arbeitsblatt mit verschiedenen Anweisungen auf Deutsch bekommen, die uns quer durch die Schule führten. Dadurch wurde unsere Zusammenarbeit gefördert, weil wir uns in der Schule nicht auskannten und die Norweger Hilfe beim Verständnis brauchten. Zusammen zum Lied „Lieblingsmensch“ von Namika zu tanzen war nur eine von den abwechslungsreichen Anweisungen. Der Kantinenfrau ein deutsches Gericht zu erklären oder ein Festival nachzustellen, gehörte ebenfalls dazu. Von jeder Aufgabe musste ein „Beweisfoto“ aufgenommen werden, um am Ende mithilfe einer PowerPoint die lustigen Momente festzuhalten. Letztendlich haben wir uns alle mithilfe dieser Aufgabe besser kennengelernt und natürlich auch viel gelacht.
Nach einer kurzen Pause trafen wir uns mit den norwegischen Schülern, mit denen wir bereits Teile des Montags verbracht hatten. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Hütte auf einem Berg. Mit viel Motivation gingen wir los. Nachdem wir nach einer halben Stunde den ersten, anstrengendsten Teil hinter uns hatten, genossen wir die atemberaubende Aussicht und die neue Erfahrung während des Hochwanderns. Sobald eine weitere halbe Stunde vergangen war, waren wir auch schon an der Hütte angekommen. Dort setzten wir uns auf die Bänke und genossen den wunderschönen Ausblick, während wir unser mitgebrachtes Essen aßen. Netterweise bereiteten die norwegischen Schüler*innen Vorträge über Måløy für uns vor, mit denen wir mehr über die Insel erfahren konnten. Sie erklärten uns die Nutzung erneuerbarer Energien in Måløy und die Bedeutung des Fischerwesens. Norwegen gehört nicht nur zu einem der vorbildlichsten Länder weltweit, was Stromerzeugung mit erneuerbarer Energie angeht, sondern auch zu den Ländern mit einer der schönsten Landschaften. Selbst auf der kleinen Insel werden Windräder zur Stromerzeugung genutzt. Um 13 Uhr begaben wir uns auf den Rückweg, der uns quer durch den Wald führte. Den steilen, steinigen Weg zu bewältigen, dauerte ca. 40 Minuten. Am Fuß des Berges angekommen, liefen wir weitere 15 Minuten zur Schule zurück, wo unsere Gastschwester auch schon auf uns wartete. Im Haus der Gastfamilie wieder angekommen, stand bereits eine weitere Spezialität auf dem Tisch: Köttbullar.
Sobald wir fertig mit dem Essen waren, überraschte uns unsere Gastfamilie mit einem Besuch bei ihren Verwandten Gunnar und Rita. Gunnar ist Pilot und fliegt von Zeit zu Zeit mit seinem privaten Flugzeug über Måløy. Am Flügel des Flugzeugs befestigt er vor jedem Flug eine GoPro, um wunderschöne Aufnahmen der Insel festzuhalten. Er zeigte uns seine Videos und erzählte uns mehr über Måløy. Neben den atemberaubenden Videos gab es hausgemachte Waffeln von Rita. Diese aßen wir ganz traditionell mit saurer Sahne und Marmelade. Und auch wenn wir in Deutschland auch Waffeln essen, sind diese nicht mit den norwegischen zu vergleichen. Überraschend für uns war, dass die beiden trotz ihres Alters sehr gutes Englisch sprachen. Kurz vor dem Gehen gab uns Gunnar ein kleines Buch und eine Postkarte mit selbst geschossenen Bildern als Erinnerung.
Am Mittwoch stand eine Betriebsbesichtigung bei der Seilproduktion „Selstad“ auf dem Programm. Wir trafen uns um 9 Uhr an der Schule und fuhren mit den Schulautos gemeinsam los. Selstad ist das einzige Unternehmen in Norwegen, das Seilfasern herstellt, und demnach sehr wichtig für das Land. Doch nicht nur das, sie recyceln die Seile und stellen mithilfe dieser neue her. Wie ihr seht, wird auch in den Unternehmen Nachhaltigkeit großgeschrieben. Unter anderem wird fast der gesamte Betrieb mit erneuerbaren Energien betrieben. Nach einer Präsentation und der Möglichkeit, viele Fragen zu stellen, haben wir uns die Produktion genauer angucken können. Es war sehr interessant zu sehen, wie Seile hergestellt werden und wie ein so wichtiges Unternehmen geleitet wird. Wenn euch der nachhaltige Betrieb Selstad noch genauer interessiert, lest euch gerne den Artikel dazu durch.
Um ca. 12 Uhr stiegen wir wieder in die Autos und machten uns auf den Weg zur Farm einer der Lehrerinnen. Die Lehrerin Franzi wohnt außerhalb des Zentrums in einem typischen „Norwegenhaus“. Vor Ort angekommen, wartete Franzis Oma auf dem Hof mit frisch gebackenen Waffeln. Auch wenn wir drei den Tag zuvor bereits Waffeln gegessen hatten, aßen wir auch dort mit großem Appetit viele.
Nach dem Genießen des Essens und des Ausblicks liefen wir gemeinsam zur Nachbarin. Sie besitzt eine große Wiese mit Schafen und stellt aus deren Fell Wolle her. Die freundliche Frau zeigte uns sowohl ihre Produkte als auch unverarbeitetes Fell. Aus diesem Schafsfell kann man nicht nur Garn herstellen, sondern dieses auch als „Wasserspeicher“ für Pflanzen nutzen. Die Wolle wird dafür sowohl unter als auch auf die Pflanzenerde gelegt und hält so die Wurzeln immer feucht und dient gleichzeitig als Schutz gegen das Vermehren anderer Pflanzenarten. Da von ihrer Art von Schafen die Wolle nicht von Großkonzernen genutzt werden will, schickt sie diese eigenständig in eine Spinnerei. Die Spinnerei schickt ihr Garn zurück, das sie entweder weiterverkauft oder zum Stricken ihrer Produkte nutzt. Der Besuch bei ihr war schneller vorbei als gedacht und wir sind bereits um 13:15 Uhr zurück zur Schule gefahren.
Erst haben wir eine Mittagspause gemacht, bevor es mit dem Sportunterricht losging. Auch dort wurden wir Austauschschüler sehr integriert und in Gruppen mit den Norwegern aufgeteilt. Es gab sechs Teams und wir spielten eine Art von Turnier mit drei verschiedenen Sportarten (Volleyball, Floorball, Basketball). Ungefähr zwei Stunden später war die spaßige Sportstunde vorbei und wir sind hungrig bei unserer Gastfamilie angekommen. Gemeinsam mit Emma kochten wir ihr Lieblingsgericht: Hühnchen mit spezieller norwegischer Soße und Reis. Da wir alle von dem Tag sehr erschöpft waren, spielten wir abends nur ein paar Runden „Stadt, Land, Flip“ und „6 nimmt“, bevor wir müde ins Bett fielen.
Am Donnerstag startete unser Tag um 8:30 Uhr an der Schule. Von dort aus fuhren wir gemeinsam mit einer gleichaltrigen Klasse der norwegischen Schule 2,5 Stunden mit einem Reisebus ins Gletschermuseum Fjærlandsfjorden. Dieses befand sich mehr im Landesinneren und war sehr hoch gelegen. Als wir dort ankamen, merkten wir demzufolge sofort den Temperaturunterschied von etwa 5 Grad und den kalten Wind.
Zuerst bekamen wir eine kleine Führung draußen, um den Gletscher, den wir leider nur von unten sehen konnten, zu besichtigen. Danach gingen wir in das Museum hinein. Nachdem wir einen kleinen Film in einem modernen Kinosaal geschaut hatten, durchliefen wir in kleineren Gruppen die Ausstellung. Diese führte uns nacheinander durch verschiedene Räume und wurde von Musik, Filmen und vielen Requisiten begleitet, was es sehr spannend machte. Anschließend hatten wir noch freie Zeit, um einen Rätselbogen im restlichen Museum zu Gletschern auszufüllen. Zum Schluss fanden wir uns alle auf dem Dach des Museums zusammen und machten ein Bild für die Zeitung von Måløy. Nach der langen Rückfahrt, die auch einen Teil auf der Fähre beinhaltete, kamen wir gegen 17 Uhr wieder in der Schule an. Hier aßen wir gemeinsam in der Schulkantine Labskaus, allerdings war das nicht so lecker wie das von unserer Gastmutter Elin. Am Abend hatte unsere Gastschwester ein paar von ihren Freundinnen eingeladen und wir aßen zusammen Tacos. Wir haben den Abend sehr genossen, weil alle sehr freundlich und offen waren.
Den Freitag starteten wir kurz nach 8:30 Uhr an der Schule. Heute war das Wetter, wie auch schon am Donnerstag, nicht besonders schön. Es war sehr nebelig und regnete. Heute stand eine Inselrundfahrt auf dem Plan. Wir hatten vor, uns die Sehenswürdigkeiten in Måløy anzuschauen und dafür einmal um die Insel zu fahren. Obwohl wir uns bereits mit unserer Gastfamilie einige dieser angeschaut hatten, waren wir sehr zuversichtlich und interessiert, uns noch weitere Highlights anzuschauen. Mit zwei Autos fuhren wir los, wie auch schon am Mittwoch, als wir uns die Betriebe angeschaut hatten. Zuerst fuhren wir an die Westküste Vågsøys zu dem besonders geformten Stein „Kannesteinen“, welchen wir uns nun schon zum dritten Mal, jedoch mit derselben Begeisterung, anschauten. Nach einem kurzen Aufenthalt und einigen gescheiterten Versuchen, auf den Stein zu klettern, welche mit nassen Schuhen sowie Socken endeten, stiegen wir wieder ins Auto.
Wir fuhren weiter zu „Sætrasanden“, einem sehr beliebten Strand im Norden der Insel, der von hellem Sand und Felsen umgeben ist. Daraufhin fuhren wir noch zu einem viel schöneren Strand, „Refviksanden“. Dieser ist ebenfalls einer der bekanntesten Strände der Region und gilt als einer der schönsten Strände Norwegens – insbesondere durch den feinen, weißen Sand, die Länge und das türkisfarbene Wasser. Durch den immer stärker werdenden Regen hielten wir uns dort nicht sehr lange auf und fuhren weiter zu einem der Leuchttürme. Ganz im Norden der Insel Vågsøy befindet sich das „Lighthouse Kråkenes“, einer der spektakulärsten Leuchttürme Norwegens. Insbesondere durch die extreme Lage am offenen Meer und die starken Stürme, welche wir auch zu spüren bekamen, gilt der Leuchtturm als Highlight Måløys. Nach unserer sehr interessanten und beeindruckenden Rundtour um die Insel fuhren wir etwas unterkühlt und durchnässt nach Hause. Da wir schon relativ früh zu Hause waren, nutzten wir die Zeit, um einiges für die Schule zu erledigen und uns auf die bevorstehende Klausurenphase vorzubereiten.
Am Nachmittag beschlossen wir, für unsere Gastfamilie ein typisch deutsches Gericht zu kochen; wir entschieden uns für Kartoffelpuffer. Es schmeckte allen sehr gut, was uns sehr erfreute. Wir ließen den Abend mit einer sehr lustigen Spielrunde ausklingen.
Den letzten Tag, den Samstag, verbrachten wir alle in unseren Gastfamilien. Nach dem Ausschlafen und Frühstücken fuhren wir drei mit unserer Gastfamilie 45 Minuten lang tiefer in die Fjorde. Unser Ziel: Nordfjordeid. Dort sollten Teile der Royal Family mit einem traditionellen Wikingerboot ihre Tour durch die Fjorde starten. Das Wikingerboot steht normalerweise im Museum „Sagastad“, wird jedoch einmal im Jahr aufs Meer gebracht. Wir hatten das große Glück, genau zu diesem Zeitpunkt in Norwegen zu sein. Trotz des stürmischen Wetters und des unerwarteten Schnees waren wir froh, den Thronfolger und seinen Sohn gesehen zu haben.
Den restlichen Tag verbrachten wir mit Zimtschneckenbacken und dem Kaufen von Mitbringseln für unsere Familie, bis wir um 20:30 Uhr zum Bus fuhren. Der gleiche Bus, der uns auch nach Måløy gefahren hatte, brachte uns auch wieder sicher zum Flughafen.
Um kurz vor 21 Uhr saßen wir alle im Bus und waren traurig, abreisen zu müssen. Als wir losfuhren und zum letzten Mal in die wunderschönen Berge und Fjorde blickten, wurde uns bewusst, wie viel Glück wir hatten, an diesem Austausch teilnehmen zu dürfen.
Martha M. , Julia K., Helena P.